Chapter

Erster Teil

Als die Räder des Zuges ihren einförmigen Takt zu pochen begannen, fühlte sich Indrek zum ersten Male in seinem Leben völlig allein und gleichsam von aller Welt verlassen. Die ganze Vergangenheit konzentrierte sich ihm nun seltsam zusammenschrumpfend irgendwie auf Wargamäe, sich gleichzeitig zu einer Art Traum oder Märchen wandelnd. Was vergangen, schien belanglos; was bevorstand, so bedeutsam und groß, daß ihm vorerst noch jeder Inhalt fehlte. Und sogar selbst erschien er sich fremd in der fremden Umgebung. Wildfremde Menschen drängten ihn in eine Ecke des Wagens. Einigen Trost bot nur die Möglichkeit, aus dem Fenster zu blicken, an dem die Telegraphenpfosten auf der offenen Fläche oder zwischen den halbentlaubten Büschen vorüberflitzten, die Wiesen mit den eingezäunten Heuschobern, Wälder, Sümpfe, Moore, die mit Getreidehocken besäten Felder. Hier und da mal eine bunte Herde, ein am Feuer stehender Hirtenknabe, und ein dem dahindonnernden Zuge kläffend nachstürzender Köter, den der niederschlagende Rauch der Lokomotive alsbald verschlang. Aber selbst diese bekannten Dinge ließen Indrek heute kalt, vermochten nicht sein Interesse zu erregen. Eine stumpfe Gleichgültigkeit hatte sich seiner bemächtigt, obgleich ihm sein ganzer Körper innerlich zu vibrieren schien, sei es nun aus unbezwingbarer Furcht vor der Zukunft oder in der Erwartung eines großen Glücks, wer mochte das

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