Chapter

In Wüste und Wildnis

»Höre, Nel,« sagte Staß Tarkowski zu seiner Freundin, einer kleinen Engländerin, »gestern sind Schutzleute gekommen und haben die Frau des Wächters Smain mit ihren drei Kindern verhaftet. Du weißt doch, jene Fatima, die so oft zu deinem und meinem Vater ins Bureau gekommen ist.« Die kleine Nel, die einem hübschen Bildchen ähnelte, richtete ihre grünlich schimmernden Augen auf Staß und fragte verwundert und erschreckt: »Hat man sie ins Gefängnis gebracht?« »Nein, aber man erlaubt ihr nicht, nach dem Sudan abzureisen. Ein Beamter wird darüber wachen, daß sie keinen Schritt aus Port Said heraus macht.« »Und warum das nur?« Staß, der im vierzehnten Lebensjahre stand und seine kleine, achtjährige Freundin sehr liebte, obwohl er sie für ein ganzes Kind hielt, sagte in sehr selbstbewußtem Tone: »Wenn du erst erwachsen und so groß wie ich bist, wirst du auch alles erfahren. Du wirst nicht nur wissen, was längs des Kanals von Port Said bis Suez vorgeht, sondern auch, was in ganz Ägypten geschieht. Hast du denn gar nichts vom Mahdi gehört?« »Nun ja – daß er häßlich und unartig ist, das habe ich gehört.« Der Knabe lächelte nachsichtig. »Ob er schön oder häßlich ist, – das weiß ich nicht. Die Sudanesen sagen, er wäre schön. – Aber von einem Menschen, der so viele niedergemetzelt hat, sagen, daß er unartig sei, das kann nur so ein achtjähriges Mädchen in einem solchen Kleidchen – bis zu den

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