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Hof Schönwiese

Hof Schönwiese war ein beneidenswertes Besitztum mit seinem stattlichen, altmodischen Herrenhause, seinen gut erhaltenen Wirtschaftsgebäuden, dem ausgedehnten, sorgfältig gepflegten Parke, den großen Strecken fruchtbaren Ackerlandes und dem Reichtum von saftigen, fetten Wiesen, auf denen Pferde und Rinder von bester Zucht weideten. Das Gut war seit undenklichen Zeiten Eigentum der Familie Jansen – braver, rechtlicher Menschen, die sich den Fortschritten und Anforderungen der Jetztzeit nicht verschlossen, dabei aber doch die Einfachheit und alten Sitten ihrer Vorväter liebten und bewahrten. Schönwiese lag etwa zwei Meilen von der See entfernt und war durch die neu erbaute Eisenbahn, die an der Küste entlang führte, seiner einstigen Abgeschiedenheit entrückt worden, sehr zur Freude seines Besitzers, der nun die Erzeugnisse des Gutes besser verwerten konnte, weil sie sich leichter fortschaffen ließen. Dennoch war Herrn Jansens Stirn oft umwölkt und die Sorge saß unsichtbar neben ihm. Das machte der böse Prozeß, in den er nun schon seit einem Jahre verwickelt war. Er war ja felsenfest von seinem guten Rechte überzeugt und sein Anwalt suchte ihn auch zu ermutigen, fügte aber stets hinzu: »Nur das eine Dokument müssen Sie beschaffen, Herr Jansen, davon hängt alles ab. Wenn wir das haben, und wäre es auch nur in einfacher Briefform, so haben wir gewonnen und können unsere Gegner mit

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