Chapter

Auf dem Gut des Marschalls

Der frühere Adelsmarschall des Gouvernements Twer, Michail Wladimirowitsch Orloff, stand wartend am Bahnhof des Bezirksstädtchens Torschok. Ein mittelgroßer, ältlicher Junggeselle, Pince-nez, eine ganz kleine Krümmung dicht unter dem Nacken. Er stand, ging, stand wieder und wurde nervös. Der Zug wollte nicht kommen. Ja, dieses Torschok! Eigentlich am Ende der Welt. Ein Straßenpflaster aus Felsblöcken, ein Boulevard nicht größer wie eine Tenne, ein Bahnhof, der nach Kohle, Teer, Staub, sauren Gurken und Petroleum roch. Nicht zum Aushalten. – Und dann das Gesindel, das da herumlagerte, die reinsten Raub- und Mordphysiognomien! Man war ja seines Lebens nicht sicher. Wo blieb auch der Zug? – Unwillkürlich zog der Marschall den Kragen des leichten Sommerüberziehers hoch. – Da kam auch der Zug endlich angefahren. Eine kurze, braungelbe Wagenreihe, eine Art Begrüßungsgebrüll aus einem Abteil zweiter Klasse, vier blonde Köpfe an den Fenstern. Der Marschall tritt dicht an den Wagentritt heran und lächelte ein freundliches, goldplombiertes Lächeln. Von drinnen her rumort es. Da stößt man die Wagentür auf, und es erscheint die dicke, vierzehnjährige Tanja, des Onkels älteste Nichte. Mitten im runden Gesicht sitzt ihr eine russische, häßliche Stulpnase. Stürmisch fällt sie dem Marschall um den Hals und schreit in einem fort auf ihn ein. Hinter ihr Sergey, ganz schmal und ganz dünn; dann

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