Vor der Abreise
In Dresden, nicht weit von der Terrasse an der Elbe, steht ein großes, steinernes Haus. Dort saß an einem sonnigen Julimorgen Herr Feland in seinem Lehnstuhl und hielt eine so große Zeitung vor sich, daß man von seinem Gesicht gar nichts sehen konnte. Ihm gegenüber saß die Frau des Hauses im weißen Morgenhäubchen und goß von Zeit zu Zeit aus dem Kessel ein wenig Wasser auf den duftenden Kaffee in der Maschine. Das Frühstück sollte gleich beginnen. Da öffnete sich die Tür. Zwei kleine Mädchen traten ein. Hinter ihnen stand ein großes Fräulein, das mit einiger Besorgnis die lebhaften Sprünge beobachtete, mit denen die kleine Rita durch die Stube lief. Schließlich landete sie mit einem großen Satz auf Papas Knien. An der Gewandtheit des Sprungs sah man deutlich, daß er nicht zum erstenmal ausgeführt wurde. Triumphierend schaute nun Rita umher, als wollte sie sagen: Nun sitze ich wieder auf meiner festen Burg, wo mich kein Unheil treffen kann. Dann steckte sie das lockige Köpfchen unter die große Zeitung und rief schelmisch: »O Papa, ich finde dich schon! Wann gehen wir auf die Gemmi?« Der Papa legte das Blatt weg, küßte die Kleine und sagte: »Erst guten Morgen, kleine Heuschrecke. Nachher kommen die Reisepläne.« Wegen ihrer geschickten Sprünge nannte der Papa sie nämlich die kleine Heuschrecke. Als Rita nun die große Zeitung nicht mehr zwischen sich und dem Papa sah, legte sie