Chapter

In einer Brautnacht

An einem klaren Octoberabend, kurz vor Sonnenuntergang, langte auf dem Posthofe ein mit zwei Postpferden bespannter Reisewagen an, in welchem sich zwei Herren und eine Dame befanden. Einer der Herren fragte, ob man hier Nachtquartier erhalten könne. Es wurde bejaht. Die drei Reisenden verließen den Wagen. »Zwei Zimmer neben einander,« bestellte der Herr, »zu ebener Erde.« Zu ebener Erde waren keine Fremdenzimmer da. Ein junges Mädchen, die Tochter des Posthalters, führte die Fremden die Treppe hinauf. Der Posthalter war zugleich Gastwirth. Das Mädchen wies den Fremden zwei Zimmer an, die beisammen lagen und durch eine Thür verbunden waren. In jedem der beiden Zimmer standen zwei Betten. »Welches Zimmer wünschen Sie einzunehmen, Fräulein?« fragte einer der beiden Herren die Dame. »Sie wissen, es ist mir gleich,« erwiderte die Dame. »So werden wir hier bleiben,« sagte der Herr. Er meinte das Zimmer, in dem sie sich befanden, in das sie zuerst getreten waren. Die beiden Zimmer waren einander ganz ähnlich. »Lassen Sie unsere Koffer hereinbringen,« sagte der Herr zu dem Mädchen. Die Koffer der Reisenden wurden hinaufgeschafft. Es waren zwei, ein größerer und ein kleinerer. Der kleinere gehörte den beiden Herren. Der größere der Dame. Er wurde in das Zimmer gebracht, das sie für sich einnehmen sollte. Er war schwer, selbst im Verhältnis zu seiner Größe. Die Herren bestellten bei der

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