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In den Wolken

Eine Waldgeschichte von Heinrich Noé. Nordöstlich von Görz, ungefähr zwölfhundert Meter über der Thalsohle, auf welcher diese anmuthige Stadt aufgebaut ist, ragt eine mächtige Hochfläche. Man nennt sie den Ternovaner Wald. Dieselbe zieht sich in der Richtung nach Idria hin. Mehr als neuntausend Hektare sind mit hochstämmigem Wald bedeckt, welcher an Ueppigkeit seinesgleichen kaum hat in den Gebieten Deutschlands und des österreichischen Kaiserreiches. Es ist ein Stück Nordland, welches sich gerade über den warmen Gefilden des Südens erhebt. Der Jäger, der das Reh in seinem Dickicht jagt, sieht dort, wo sich dasselbe lichtet, auf das blaue Meer und seine weißen Segel hinab. Der Morgenstrahl macht ihm sogar in seiner Waldwohnung die ferne Stadt der Lagunen, das märchenhafte Venedig, sichtbar. In diesem weiten Walde führen verschiedene Förster, lauter Deutsche, ein einsames Leben. Sie sind weltabgeschieden wie wenige ihrer Standesgenossen. Görz ist der nächste Ort, an welchem sie das erreichen, was man in Bezug auf die menschliche Gesellschaft Welt zu nennen pflegt. Dorthin aber müssen sie, abgesehen von der Entfernung in der Luftlinie, mehr als dreitausend Fuß hinab, und, was noch mehr in Betracht kommt, auf dem Rückwege wieder herauf steigen. Und gerade im Winter, in dessen stürmischer und trauriger Zeit das Bedürfniß nach dem Verkehr mit Menschen sich am meisten fühlbar macht,

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