Kapitel 1
Red Gallway war ein mit allen Wassern gewaschener Verbrecher; auf seinem Sündenregister stand mehr als ein Unternehmen, das ihn in schweren Konflikt mit den Gesetzen brachte. Er hatte Geldschränke geknackt und sich als Hochstapler versucht, er hatte seinen Opfern die Pistole vor die Nase gehalten und ihnen ihr Geld abgenommen – und er hatte eine ganze Reihe fragwürdiger Nachtlokale aufgezogen. Trotz seiner eifrigen Bemühungen verdiente er jedoch nicht allzuviel dabei, und erst als er sich dem Alkoholschmuggel zuwandte, floß ihm das große Geld in die Tasche, von dem er immer geträumt hatte. Seitdem er mit einer regelrechten Schmugglerbande zusammenarbeitete, lebte er sorgenlos und zufrieden, zudem brauchte er keine Angst vor der Polizei zu haben. Allerdings stieg ihm der Erfolg zu Kopf. Er wurde faul, schwatzhaft und streitsüchtig und – was am schlimmsten war –: Er begann Kokain zu schnupfen. Angelo Verona, der außerordentlich tüchtige Personalchef der Bande, machte ihm Vorwürfe. »Laß das bleiben, Red! Tony kann keine Leute brauchen, die Koks schnupfen.« Über Gallways nicht gerade einnehmendes Gesicht glitt ein böses Grinsen. »Wirklich?« meinte er verächtlich. Angelo nickte gewichtig und sah ihn mit seinen ernsten braunen Augen durchdringend an. »Kokain hat noch keinem geholfen. Anfangs fühlt man sich zwar so groß und stark wie ein Wolkenkratzer, aber das ist schnell vorüber –