Erzählung eines Offiziers
Es war im Jahre 1810. Die Kloster Spaniens waren vom Konige Josesph Napoleon aufgehoben und die merkwurdige Schnelligkeit, womit die Kutten der Monche -- fruher eine Erscheinung, der man allenthalben und zu jeder Zeit begegnete -- verschwunden waren, liess die franzosische Regierung hoffen: dass sie nach und nach diese widerspenstige, fanatische, spanische Geistlichkeit zum Gehorsam bringen wurde. Dann war es sicher, das; das stolze Volk sich allmahlich an die Herrschaft der franzosischen Adler gewohnte. Aber die Monche hatten sich nur zuruckgezogen um den Spaniern durch ihre Abwesenheit, oder genauer, durch das Unsichtbar werden ihrer Ordenskleider einen eindringlichen Beweis davon zu geben, dass es um den katholischen Kultus in Spanien geschehen sein wurde, wenn sich das ganze Volk nicht wie ein Mann zu einem Kampfe bis aufs Messer gegen die Fremden erhebe. Man hielt die Franzosen fur nichts weniger als fur Christen -- sie waren in den Augen der Spanier keine Andern, als Diejenigen, welche den lieben Gott in Paris abgesetzt und der Gottin der Vernunft seine Wurde ubertragen hatten; jene Frevler, welche die ehrwurdigen Tempel entweihten, die Priester zum Abschworen ihres Glaubens, zu emporender Gotteslasterung zwangen und an ihre Gottesacker schrieben: Mit dem Tode ist alles aus. Niemand von uns verhehlte es sich, dass wir mit dieser Nation einen Vertilgungskampf zu bestehen