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Der Sadducaer von Amsterdam

Novelle 1843 Glückliche Juden, die ihr zwischen Hollands Poldern und Deichen euer Asyl suchtet! Habt ihr je in der Fremde euer Passahlamm in solcher Ruhe genossen und zu den Laubhütten so viel Zweige von den Bäumen brechen dürfen, als an dem Meerbusen IJ? So lustig rauchten nirgends eure Schornsteine bei der Paraskeue am Vorabende des Sabbaths; so reich verbrämte Talare durften die Männer, so schwere goldene Ketten und Ohrgehänge eure Weiber nur in Amsterdam tragen. Die Holländer fürchteten sich weder vor eurem Gelde, noch vor euren Bärten, noch vor euren schönen Töchtern, noch vor Jehova, der sich prächtige Tempel in ihrem Lande baute und mit Wachskerzen, unartikulirten Tönen, ja selbst mit recht unduldsamen, ketzersüchtigen und orthodoxen Priestern und Leviten verehrt wurde. Es war in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts, in einer der Straßen, die von dem großen Kai zu Amsterdam auslaufen, in einem stattlichen Hause, das sich vor Niemanden versteckte, aber schon spät, bei eingebrochener Nacht, daß vielleicht die sorgsamste und ehrwürdigste der jüdischen Mütter mit dreien von ihren Söhnen zusammensaß. Welch prachtvolle Umgebung! Welche sonderbare Verbindung des orientalischen und holländischen Geschmacks: in Vorhängen, Sophas, Rauchpfannen, der weitfaltige, elastische, sinnliche Orientalismus, in allem übrigen Zubehör eines großartigen Gesellschaftszimmers die nette,

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