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Im stillen Garten

Wer kennt nicht das Sehnen, das einen manchmal überfällt mitten im Hasten und Lärmen des Tags, nach irgendeinem stillen, verschollenen Winkel. Irgendwo, irgendwann war da ein Fleckchen Erde, auf dem sich aller Friede zusammenzudrängen schien. Die Seele sucht danach, die Sinne weben an einem Bild. Da ist der Schatten unter schweren Obstbaumzweigen, ein weißer Gartenweg, von scharlachroten Phloxstauden eingesäumt, ein wildüberwachsener Zaun, über dem in der Sonne des Nachmittags Schmetterlinge sich haschen. Irgendwo, irgendwann – die Erinnerung will keine bestimmte Antwort geben auf deine Frage. Vielleicht war der heimliche Winkel nie Wirklichkeit, ist nur im Traum. Aber die Seele bleibt doch auf der Suche. Und so laut die Welt werden mag, so groß und heldenhaft die Ereignisse sind, mit denen ein Tag den vorigen überdröhnt – das Sehnen beschleicht dich doch wieder, ja erst recht, denn die Seele hat ihre Weise für sich, ihr Gesetz, ihr Maß, ihre Geschichte, und die mächtigste Zeitlichkeit kann sie nicht zwingen … Ich hatte schon alle Hoffnung aufgegeben, in diesem Kriegsjahr wie sonst ein paar Sommerwochen von der Großstadt auszuruhen. Dann war es doch anders gekommen. Familienangelegenheiten hatten mich über Nacht in meine Heimat entführt. Einmal im Lande, wollte ich mich noch da und dort umsehen, noch mit dem und jenem sein Sorgen und Hoffen teilen, wie es einem jeden der Krieg

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