Im Schatten des Todes
Noch immer wehte ein mäßiger Südwest, und noch immer schwamm das ungeheure Eisstück weiter und weiter hinaus in das Meer. Auf dem Eise befanden sich vierzehn Fischer und zwei Pferde. Die Leute waren mit dem Aushauen von Wuhnen Wuhne: Eisloch und dem Auswerfen ihrer Netze beschäftigt gewesen, und niemand von ihnen hatte bemerkt, dass das Eis in Bewegung geraten war. Erst als Karlen, ein sechzehnjähriger Junge, einem Pferde, das nach der Strandseite zu laufen begonnen hatte, eine ziemlich weite Strecke nachgeeilt war, hatte er unweit des Ufers wahrgenommen, dass das Eis nicht mehr feststand. Der Knabe war nun schleunigst umgekehrt und hatte den Fischern das Unglück mitgeteilt; als diese jedoch in rasendem Lauf den Rand des Eisstücks erreicht hatten, war keine Rettung mehr möglich gewesen. Juris Skara, der zu Hause ein junges Weib und drei Kinder besaß, hatte sich dennoch von der Verzweiflung hinreißen lassen, war ins Wasser gesprungen, und die Gefährten hatten gesehen, dass er unweit des Ufers versunken war. Seit diesem Ereignis waren mehrere Stunden vergangen und noch immer bewegte sich das Eis in derselben unmerklichen Weise fort wie anfangs. Die Blässe des ersten Schreckens war von den Gesichtern der Männer geschwunden. In aller Zügen lag bloß etwas eigentümlich Gepresstes. Aller Augenbrauen waren schmerzlich verzogen, und in aller Augen zitterte und flackerte jenes Flämmchen,