1. Kapitel.
„Kinder – ich bitt’ euch, – Ruhe! Hier wohnen doch noch mehr Leute, und es ist zwei Uhr nachts!“ Aber Olaf Longreens Gäste hatten der Bowle etwas zu stark zugesprochen, und lachend und polternd ging’s weiter die vier Treppen hinab, hinter dem Bowlenspender her, der mit einem flackernden Licht in der Hand selbst nicht mehr ganz sicher auf den Füßen vorraustappte. Unten an der Haustür nochmals eine lärmende Abschiedsszene. „War famos!“ „Bin voll wie ’ne Unke!“ „Das Bild und die Medaille haben wir gehörig genossen – müssten beide selbst auch eigentlich triefen!“ „Gute Nacht, Kinder – kommt gut heim!“ Dann wandte sich Olaf an den nüchternsten der vier Kumpane. „Peter, gibt acht, daß sie keinen Unfug treiben,“ sagte er leise und hastig zu einem schlanken Herrn, der durch seine elegante Kleidung ebenso sehr von diesen Bohemiens abstach wie durch blasierte Ruhe und eine gewisse vornehme Lässigkeit in seinen Bewegungen. „Die Nachtwächter von Alt-Schmargendorf haben uns ohnehin schon auf dem Strich. Also laßt die Laternen brennen und verschleppt keine Ladenschilder oder Handwagen.“ Peter klemmte das Monokel fester und warf einen halb mitleidigen, halb ironischen Blick auf die drei anderen, die da Arm in Arm einen Gassenhauer gröhlend mitten auf dem Asphalt des Fahrdammes weiterzogen. „Ich werde schon aufpassen! Gute Nacht, Olaf. Und – besten Dank. Fidel war’s doch! Nur schade, daß ich