Erstes Kapitel
Auf der Poststation fuhr eine Extrapost vor. Vier Personen stiegen aus. Zuerst ein sehr langer, magerer Mann. Er trug einen langen, bis über die Kniee herunterreichenden, bis an die Halsbinde zugeknöpften, hellgrauen Ueberrock und hatte ein wettergraues Gesicht und in diesem einen starken, borstig geschnittenen, grauen Schnurrbart. Er sah zwar nicht aus, wie ein Bedienter; er mußte aber doch wohl eine untergeordnete Stellung zu der übrigen Reisegesellschaft einnehmen. Er blieb an dem Wagenschlage stehen und half dieser aussteigen. Ein hübscher junger Mann war der erste, dem er half, schlank, groß, mit einem vornehmen, gemessenen Anstande und mit blonden Haaren, die glatt über eine denkende Stirn gestrichen waren. Ihm folgte ein ältlicher Herr mit einem spitzen, gelben Gesichte, mit Spitzbubenaugen und mit dem rothen Bändchen der französischen Ehrenlegion im Knopfloche. Zuletzt kam ein kleiner, dicker, runder Herr mit einem sehr knurrigen, rothen Gesichte. Die Herren waren vor der Thür des Posthauses ausgestiegen. Der Postillon hatte durch Blasen seine Ankunft angemeldet, als er auf den Posthof fuhr. Aus dem Posthause war der Postmeister auf den Hof getreten. Der Postillon übergab ihm den Extrapostzettel. Er las ihn, während die Herren ausstiegen. Er wandte sich dann an Einen von ihnen, an den ältlichen mit dem gelben Spitzbubengesichte und dem rothen Bändchen der Ehrenlegion.