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Eine Hirtengeschichte

Eine Hirtengeschichte Ein leidenschaftlich Aufbäumen der Erde, wolkenhemmend und sturmspaltend, eine dräuende Gebärde des Gebirges gegen den Himmel ist der alte, wilde Berg. Urversunkene Zeit hat ihn mit dem Namen eines wetterlechzenden Gottes gekrönt, und der Asenklang grollt noch heute nach tausendjähriger Verwitterung des Wortes aus dem Namen Osser. Durch eine tiefe und weite Einsattelung geschieden, überstarren zwei Zinnen, hochfelsig und öd, den grünzackigen Gebirgsfirst. Auf ihnen ritten weiland zwei grobe Riesen, die schleuderten sich ihre Steinhämmer auf die ungeschlachten Schädel. So kündet es die schier verraunte Sage. Doch Tursen und Recken verschollen, und nach Riesendämmerung und Göttertod kam des Roders eintönige Axt und fraß sich Steige durch die verrufenste Schlucht, und während ehvor das Eichhorn den ungestadeten Wald wochenlang auf hohem Astwerk durchwandern konnte, ohne den Erdboden suchen zu müssen, lichteten nun Beil und Brand stürzend und sengend die Wildnis. Ein fiebernd Reuten und Schwenden hub an, Einödhöfe rückten immer weiter vor, krönend stieg schon hie und da blauer Rauch über die wüsten Wipfel, und als endlich das Bistum Regensburg ein Klösterlein mit dem Bergungetüm belehnt hatte, da brandete die Gier der Menschen auch an den Berg empor. Die im Tal sind es bald inne worden, dass oben, fern von der Welt des Kornes zwischen den grauen Ossertürmen

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