Im Nebel
Nun, Konrad!« klang es durch die halbgeöffnete Küchentüre in die Scheune hinaus. »Was soll ich, Mutter?« »Wie lange willst du noch auf dem Heuboden herumstöbern? Du solltest schon lang an der Gant sein. Im Unterhaus stehen die Leute schon so dicht wie Kresse!« »Ich mag nicht hinuntergehen.« »So, so, du magst nicht! So ist heutzutage das junge Volk! Ihr meint wohl, das Glück müsse selber die Stiefel anziehen und euch nachlaufen, ihr …« »Du sprichst, als ob man an der Gant für jeden Fünfer einen Franken kriegte!« »Ist's kein großer Schick, so ist's vielleicht ein kleiner, und dazu soll man die Schuhsohlen nicht sparen!« »Was soll ich kramen? Ich wüßte wahrhaftig nichts!« »Geh' erst, du wirst dann schon sehen, was wir etwa brauchen können. Heugabeln, Rechen, Kärste, Hauen, Sensenbäume, Wetzsteine, das wird gewöhnlich halb geschenkt losgeschlagen. Und dann die neue Weintanse, die ihnen der Küfer letzten Herbst gemacht hat … Hä? sind das nicht Sachen, die man immer brauchen kann? Stehn sie auch ein Jahr oder zwei müßig herum, was schadet's? Einmal ist man doch froh darüber? Geh' jetzt! Aber kaufe nichts zu teuer und lass dich nicht hetzen!« Die Küchentür schloß sich wieder. Konrad stieg auf einer kurzen Leiter vom Heuboden in die Tenne hinunter, griff nach einer Gabel und machte aus dem Heuhaufen, den er hinuntergeworfen hatte, längs der Wand einen duftenden Wall. Dann stand er eine