Auf der Spur der Leoparden
Mitten im Herzen Afrikas, genau auf der Äquatorlinie, liegt am Ufer des breiten Kongostromes die Missionsstation der Priester vom Herzen Jesu: St. Gabriel. Dort war heute alles in Bewegung. P. Varmer, der sich während des sechsmonatlichen Aufenthaltes in der Hauptstation des Apostolischen Vikariates der Stanleyfälle auf den eigentlichen Missionsberuf vorbereitet und die Achtung und Liebe der Schwarzen erworben hatte, sollte nach dem weit entfernten Missionsposten Avakubi reisen. Jung und alt in der Mission war auf den Beinen. Eine Menge Kisten und Kasten schleppte man zur Landungsstelle, um sie unter der Aufsicht eines Missionsbruders in der bereitliegenden großen Piroge zu verstauen. Das mächtige Fahrzeug, das etwa 40 Menschen fassen konnte, war mit dem Beil aus einem einzigen Waldriesen hergestellt. Gaffend und plaudernd stand die Menge am Ufer. »Lo–o–oh«, einen Ruf des Staunens hörte man von allen Seiten, wenn wieder eine schwere Kiste mit ihrem geheimnisvollen Inhalt herangebracht wurde. Und der kleine Aloysi, der mehrere Jahre als Boy in die Geheimnisse der Missionswirtschaft eingedrungen war, erklärte mit wichtigen Gebärden, was alles da herangeschleppt wurde. Da gab's einen großen Koffer mit Wäsche, denn Regen, Sumpf und Fieber nötigen den reisenden Missionar des öftern, in einer Nacht bis viermal die Wäsche zu wechseln. Dann folgte eine Reiseapotheke, in welcher das