Zweites Buch (Fortsetzung)
Heimann war als jovialer Bursche, als guter Gesellschafter und strebsamer Kollege unter den Universitätsgenossen eine Zelebrität. Was ihm an Leibeskraft und an Gewandtheit in der Führung der Waffen, die er nie liebte, abging, ersetzte er reichlich durch Humor und schlagfertigen Witz. Die gefürchtetsten Pauker, die keinen ungeneckt und ungezeichnet ließen, respektierten bald Heimanns Zunge mehr als die bestgeführten Klingen der Gegner. Heimanns Epigramme und Bonmots machten ihrer Köstlichkeit wegen stets die Runde nicht nur in Studentenkreisen; wer ihrer gewürdigt wurde, war gezeichnet für sein Leben. Dabei verwundeten seine Pfeile nur so tief, um zu haften, waren aber in so feine Liebenswürdigkeit getaucht, dass sie verwundeten und heilten zugleich und der Getroffene nach dem ersten Schreck unwillkürlich sein ergötzliches Unglück mit Resignation hinnahm und nur einen Trost darin fand, andere nächstens noch besser gezeichnet zu sehen. Trotz seiner heitern Leichtlebigkeit war Heimann auch höheren Interessen zugänglich. Er konnte, angeregt von lebhaften Freunden und erwärmt durch ein Glas Wein, für politische Ideale, für Poesie und Kunst und für die höchsten Ziele der Wissenschaft in Begeisterung auflodern und gewann dadurch einen Kreis hochgesinnter Kommilitonen, die in heimlichen Zusammenkünften sich tüchtig anregten, förderten und in lautersten Grundsätzen bestärkten. Von der