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Im Hause der Bonaparte

An einem wunderbar schönen Octobertage des Jahres 1823, wie ihn nur der milde Himmel Italiens kennt, gingen zwei junge Künstler durch die Straßen Roms, um in einer der zahlreichen Osterien vor dem Thor eine frische Foglietta zu leeren und sich zugleich an der Aussicht auf die herrliche Landschaft und an dem lustigen Treiben des Volkes zu ergötzen. Während der Jüngere, der Victor Schnetz hieß, seine französische Leichtblütigkeit nicht verleugnete, verriethen die mehr interessanten als schönen Züge seines älteren Begleiters, Namens Leopold Robert, einen tiefen, fast melancholischen Ernst, der sich auch in der geführten Unterhaltung kundgab. „Ich weiß nicht,“ sagte er, „was mich bei dem Anblick Roms so traurig stimmt und mir das Herz zusammenschnürt.“ „Und doch,“ erwiderte sein Freund, „giebt es keine schönere, keine interessantere Stadt der Welt.“ „Schön, wie die Leiche eines geliebten Weibes, wie die trauernde Niobe, die um den Verlust ihrer Kinder klagt, erhaben, wie der zu Stein gewordene Schmerz.“ „Was Du für seltsame Gedanken hast! Ich glaube fast, daß Du, wie die meisten Schweizer, an jener eigenthümlichen Krankheit leidest, die man Heimweh nennt.“ „Wohl sehne ich mich nach meinen blauen Bergen, nach dem Hause meiner Eltern –“ „Und nach einem schönen Kinde, nach der Geliebten, die Du in La-Chaux-de-Fonds zurückgelassen hast.“ „Ich habe keine andere Geliebte, als meine

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