Erstes Kapitel
Das zusammengesunkene Feuer leuchtete durch einen schmalen Spalt an der Thür und einen zickzackförmigen Riß in der Platte des stattlichen Herdes nur noch mit ermattender Glut hervor. Aber doch war die Küche im ersten Stockwerk des alten Hauses an diesem Winterabend voller Wärme und Licht, während draußen der Wind ein leichtes Schneegestöber vor sich hertrieb und zuweilen mit heulendem Ton hineinfuhr in den viereckig trichterförmigen, mächtigen Schlot, der über der ehemals offenen Feuerstelle in die Höhe führte. Jetzt war dieser Rauchfang mit fester, sicherer Platte geschlossen und wehrte dem ungestümen Besucher den Eintritt. So war es ruhig und hell in dem behaglichen, niedrigen Raum, – niedrig wie alle übrigen Räume in dem vor Jahrhunderten errichteten Gebäude. Die Küche war von unregelmäßiger Gestalt; beim Eingang vom Korridor her nicht allzu breit, erweiterte sie sich von der Mitte ab durch einen Vorsprung nach rechts um die Breite eines Fensters, dem zu Liebe man diesen Ausbau geschaffen hatte. Es war das einzige, das bei Tage direkt von außen Licht hereinführte; zwar befand sich ein Fenster auch in der Thür, doch kam von hier nur die gedämpfte Helle vom Korridor. Vier Personen waren beim Schein einer Petroleumlampe aus weißem Milchglas hier versammelt, deren Licht im blinkenden Kupfer von Kasserollen und Kesseln, im Messingbeschlag des Herdes, im blanken, blauweißen