Chapter

Im Fieber

In einer der wenig reizvollen Straßen, welche in den nördlichen Theil der Friedrichstraße münden, in jenem Viertel der Stadt das durch die großen Kasernen und die bedeutenden wissenschaftlichen Anstalten, namentlich die medicinischen: die Kliniken und Krankenhäuser, seinen eigentümlichen Charakter erhält, liegt ein Haus, das von den Vorübergehenden kaum jemals eines Blickes gewürdigt wird, das aber bei der ganzen Nachbarschaft wohlbekannt ist und in einem besonderen Rufe steht. Es hat etwas Geheimnißvolles, etwas Unbehagliches. Die Kinder, die auf der Straße spielen, sagen, es spuke darin. Die Alten lachen darüber. Sie wissen, daß es das Eigenthum eines Sonderlings ist, den sie den »verrückten Professor« nennen. Nur noch Wenige wissen, woher dieser Name stammt. Sie haben den Mann eben von Anderen so nennen hören, und nun nennen sie ihn auch so. Aber sie wissen, daß der Eigenthümer dieses Haus allein bewohnt, daß er nur noch einen alten Diener, der keinen Freund in der Nachbarschaft besitzt und mit Niemand spricht, und eine alte Köchin, die nie ausgeht, bei sich hat, daß er niemals Besuche und nur sehr selten Briefe empfängt, und daß außer den Geschäftsleuten, die das für den Haushalt Erforderliche abgeben, außer dem Zeitungsjungen und dem Boten des Buchhändlers kein Mensch da anklingelt. Sie wundern sich also nicht darüber, daß es nicht sehr einladend aussieht. Das Haus ist auf

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