Einleitung
Unter den zeitgenössischen Romanschriftstellern Frankreichs, welche eine außerordentliche Beliebtheit sich in allen Schichten seiner Bevölkerung errungen und bewahrt, im Bürgerhause, wie in der Bauernhütte, im duftgeschwängerten Putzstübchen der Salondame, wie in der nackten Dachkammer der Handarbeiterin gleich hochwillkommen sind, deren Name fast mit Erfolg gleichbedeutend geworden ist, giebt es wenige, beinahe möchte man sagen: keinen, von dem Hector Malot an Beweisen der Schaffensthätigkeit – die Anzahl der Bände seiner Romane ist einem halben Hundert ganz nahe! – überboten wäre. Seine sämtlichen Arbeiten, deren jeder eine mehrmalige Auflage zu teil geworden, zeugen aber auch von einer echten, starken Begabung, tragen den Stempel hoher Originalität in Inhalt und Form, wenn auch nicht – was wieder zu viel gesagt wäre – in gleichem Grade, doch ohne allzu merkliche Abweichungen von einander, an sich. Hector Malot gehört nicht zu jenen Romanciers, denen der Schall der Reclametrommel ein Bedürfnis, die ihren Ehrgeiz darein setzen, daß das Publikum auf dem Laufenden über ihre geringfügigsten Handlungen und Thaten erhalten bleibe. Seine Ruhmliebe steht tief unter seiner Arbeitsliebe, und diese ist so groß wie seine Wahrheitsliebe; den Verirrten und Gemütskranken in seinen Romanen ruft er zu: »Geht in euch, läutert euch, gesundet am Busen der Arbeit!« – Noch niemals hat er zu