Chapter

Erstes Kapitel

Der Untersuchungsrichter hatte die Erklärung des Grafen mitangehört, ohne sie zu unterbrechen und ohne mit einer Miene zu verrathen, was er sich von derselben dachte. Ein flüchtiger Blick, den er mit Grisaille tauschte, deutete vielleicht darauf hin, daß ihm die Sache wenig glaubhaft erscheine; diesen Blick hatte Borodino indessen nicht wahrgenommen. Als Francastel mit dem Verhöre begonnen, hatte er sein Kinn mehrmals mit der flachen Hand gestreichelt, und in Gemäßheit des vereinbarten Zeichens drehte der alte Schriftführer seine Feder zwischen den Fingern, statt dieses scheinbare Verhör, welches eigentlich bloß eine vertrauliche Plauderei war, zu Papier zu bringen. Miene und Haltung der jungen Dame blieben unergründlich, nach wie vor. Sie hatte, seitdem sie ihren Platz eingenommen, keine Bewegung gemacht, und ihr reizendes Gesicht verrieth nichts als gänzliche Gleichgiltigkeit, ihre großen Augen blickten niemanden an. Man wäre versucht gewesen, zu glauben, sie schweife in Gedanken über die Grenzen der sichtbaren Welt hinaus; – allerdings mochte die Unterhaltung kein sonderliches Interesse für sie haben, da man sich ausschließlich der französischen Sprache bediente. »Mein Plan ist also nichts werth, das sehe ich,« nahm der Untersuchungsrichter von neuem auf, »und ich werde darauf verzichten müssen, das Fräulein zu verhören. Ich habe wirklich Unglück; stumm und ungebildet, das

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