Der Maskenball
Man unterhielt sich heute Abends ausgezeichnet bei Raul Vitrac, dem Maler der eleganten Welt, wie er seit dem bedeutenden Erfolge seines letzten Bildes, welches den Rennplatz zu Longchamp an einem Derbytage bei tiefblauem Himmel darstellte, genannt wurde. Eine bunte Menge bewegte sich in dem für das Fest prachtvoll geschmückten, überaus geräumigen Atelier auf der Place Pigalle, Gäste beiderlei Geschlechtes, darunter viele Künstler, Schriftstellerinnen in genügender Zahl, Sterne am Himmel des Gesanges und der darstellenden Künste, wie nicht minder Vertreterinnen der leichtgeschürzten Muse, und all diese Damen vertrugen sich auf diesem neutralen Boden vortrefflich mit mehreren vornehmen Weltdamen, die sich allerlei Kunstgriffe bedient hatten, um eine Einladung zu diesem Costümballe zu erhalten. Vitrac war einer jener Glücklichen, die in allen Kreisen Zutritt haben, und Personen, die die höchsten Ehrenstellen bekleideten, fanden sich bei ihm ein, ohne daß er darum seine alten Kameraden, die vom Glücke weniger begünstigt waren, vergessen hätte. Dieselben waren ohne Ausnahme bei dem Feste zugegen, wo sie das heitere Element repräsentirten. Unter den verschiedenen Masken waren manche Personen zu sehen, die sich nur so weit verkleidet hatten, als es gerade nöthig war, um den officiellen Charakter des Festes zu wahren: Damen im einfachen Domino und Herren, die sich in einen