Chapter

Erstes Kapitel

»Ach Gott nee, wie schön er das bloß wieder gesagt hat!« Nettchen Meiners machte ein ganz verzücktes Gesicht. Zum nächtlichen Sternenhimmel aufblickend, wiederholte sie die Worte: »Denn in der Liebe gibt's nicht Maß noch Grenzen, Kein Mehr und Wen'ger; Lieb' ist ungeteilt, Und fehlt ein Gran an ihrem Vollgewicht, Ein Sonnenstäubchen, so ist's Liebe nicht!« Matthias Niederwieser schaute sie mit seinem feisten, bartlosen Gesicht bewundernd an. »Nee, wie man das alles nur so im Kopp behalten kann. Aber weißte, deine Gnädige, die hat mir doch noch besser gefallen, als wie der verrückte Ritter.« Die grauen Augen der zierlichen, flachsblonden Zofe schillerten eifersüchtig. »Du, das verbitt' ich mir. Dir haben bloß Mannsbilder zu gefallen.« Der Bursche, dessen ungeschlachte Figur sich in dem sauberen, modernen Anzug plump und eckig ausnahm, grinste schlau. »Aber du gefällst mir doch ooch.« »Das ist was anderes. Ich bin dein Schatz. Und eigentlich sollte ich's gar nicht leiden, daß du dem Fräulein Kornelia so schöne Blumen zuwirfst. Ach Gott, so schöne Blumen! Wenn mir die auch einer schenkte. Morgen ist mein Geburtstag. Aber da denkt kein Mensch nich dran. Hörst du, gar nich leiden sollte ich's.« »Aber da kann ich doch nischt davor. Wenn mein Herr mich schickt – –« suchte sich Matthias zu entschuldigen. »Freilich, der Narr, –« fiel ihm das Mädchen ins Wort. »Schade um das viele Geld.

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