Erster Teil
Meine Geburt stand unter einem Unglücksstern. Ich kam zur Welt mit dem Brandmal des Landstreichers: ich war ja der »jüngere« Sohn einer ahnenstolzen Familie! Sogar die Gicht und verpfändete Liegenschaften waren viele Geschlechter zurück als Erbstücke hochbürtigen Ursprungs auf ihrem Stammbaum verzeichnet und wurden in Ehren gehalten. In solchem Hause galt ein nachgeborner Sohn gerade soviel wie in den Tagen des guten Königs Edgar das Junge eines »hochverräterischen Wolfs«, auf dessen Kopf ein Preis gesetzt war. Eltern haben hie und da ihre schwächlichen Sprößlinge töten müssen; eine Spartanermutter hätte, während sie das Leben ihres noch bewußtlosen Kindes auslöschte, mit Othello rufen können: Bin ich auch grausam, bin ich doch barmherzig, in deinen Qualen laß ich dich nicht schmachten. Gemessen an dem abscheulichen Recht der Erstgeburt war das gerecht und milde! Großvater war General und konnte Vater, seinem Einzigen, wenig mehr bieten als Vorspann in seinem Stande. Einigermaßen glich das die Natur aus; sie verlieh ihm, was öfter zum Glück führt als Geist, Tugend oder ähnliche abgehalfterte Thronanwärter: ein hübsches, durch feine Lebensart gehobenes Äußere. Seine Jugend verlief nicht anders als die der Vornehmen seiner Zeit. Weiber, Wein, der Hof, das Lager bildeten den Tummelplatz seines Ehrgeizes; hier galt er für einen guten Spieler. Der Vierundzwanzigjährige verliebte