Chapter

1. Kapitel. Die Bewohner der Oase

Der Horizont war in grauen Dunst gehuellt, in dem sich die aufgehende Sonne vorlaeufig nur als heller, runder Fleck abzeichnete. Bald hatte sie aber diese fahlen Schleier ueberwunden, und nun schossen ihre Strahlen, licht- und waermespendend, hin ueber die Erdhalbkugel, der sie jetzt ihren Besuch abstattete. Wie Silberglanz ruhte der Sonnenschein nun auch auf den hoechsten Zweigen einiger Dattelpalmen, die dicht am Rande eines kleinen Weihers standen inmitten eines Gebuesches von Mimosen, Tamarisken und Ginster, hier gedeihend auf einem Boden, der keine hundert Meter weiter trocken und wasserarm war, wie man dies eben nur in der Wueste findet. Auch auf der anderen Seite des Weihers gab es einiges Gestrupp, das sich in die Spalten des an dieser Stelle felsigen Grundes eingenistet hatte. Und hier, dicht am Rande des Weihers, reckte soeben ein schlankes, rehaehnliches Tier mit langem, spitzem Gehoern argwoehnisch den Kopf hoeher, witterte mit fast hoerbarem Schnauben und taenzelte unruhig hin und her, jeden Augenblick bereit, in langen Fluchten davonzueilen. Drueben unter dem gelbbluehenden Ginster schob sich jetzt ein Gewehrlauf mit groesster Behutsamkeit vorwaerts, verharrte dann in derselben Lage, bis ein Ton urploetzlich die Luft zerriss, der genau so klang, als schluege man mit einem Holzkloeppel gegen ein Kuchenblech. Der Antilopenbock machte einen Satz zur Seite. Es war

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