Chapter

1.

In der Hofburg zu Wien, in ihrem Arbeitscabinet, saß die Kaiserin Maria Theresia in dem schweren, auf vergoldeten Löwenfüßen ruhenden Fauteuil, der auf einer Erhöhung in der tiefen Fensternische stand. Geist, Lebhaftigkeit und Wohlwollen waren die Eigenschaften, die aus den noch immer so schönen Zügen der tief in den Vierzigen stehenden Frau sprachen. Heute jedoch war der Ausdruck des mütterlichen Wohlwollens verdrängt durch den einer gewissen strengen Entschlossenheit. Damit warf sie einen kleinen Stoß von Papieren, worin sie eine Weile aufmerksam gelesen hatte, auf ein vor ihr stehendes Tabouret. „Und jetzt ist’s aus – ganz aus,“ sagte sie dabei – „jetzt duld’ ich’s nimmer! Eine Schande wär’s, und vor meinem Herrgott könnt’ ich’s nicht verantworten, wenn ich ihm nicht ein End’ machte!“ Diese Worte waren an einen jungen Mann in grüner Uniform gerichtet, der vor ihr stand, sich leicht an den offenen Fensterflügel lehnend, denn die Kaiserin saß am geöffneten Fenster, durch das eine kalte Frühjahrsluft hereinströmte; und der junge Mann, dessen hochrother Teint eben nicht andeutete, daß er an Blutleere leide, hatte dennoch sich in seine Uniform enge zugeknöpft und gab alle Symptome, daß ihm fröstelte, zu erkennen. Sein Gesicht, seine hohe Stirn, die stark gebogene Nase, und die von der Jagellonischen Ahnfrau Cimburga ererbte Lippe verrieth, daß er dem Geschlechte Habsburgs

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.