Brief von M. Bramble an Lukas (London, den 8ten Junii.)
Mein lieber Lukas, Ihre Fabel vom Affen und Ferkel ist, wie's die Italiäner nennen, ben trovata, allein ich werde sie meinem Apotheker nicht vorsagen, weil er ein stolzer Schottländer und sehr kitzlich hinter den Ohren ist, und wer weis? wohl gar schon sein Doctordiplom in der Tasche hat. – Ein ächter Schotte hat allemal zwey Sehnen zu seinem Bogen, und ist in utrumque paratus – Gewiß ists, daß ich dem Ausfegen nicht ausweichen können; allein ich glaube, daß ich durch dieses Ausfegen einem größern Uebel entgangen bin, vielleicht einem verdrüßlichen Anstoße von Podagra oder Gicht; denn die Eßlust fieng mir schon an zu vergehn, und es gieng mir zuweilen dergestalt in den Eingeweiden zu Werke, daß mich nicht gut dabey däuchte – Ja, noch bin ich dieser Erinnerer nicht völlig los, welche mich warnen, in diesem Mittelpunkte der Ansteckungen noch länger zu verweilen – Was für Versuchungen kann ein Mann von meiner Gemüthsund Leibesbeschaffenheit haben, an einem Orte sich aufzuhalten, woselbst jeder Winkel neue Gegenstände des Eckels und des Abscheues zur Welt bringt. Was müssen die Leute für Sinne und Geschmack haben, welche wirklich die verfälschten Ergötzlichkeiten der Stadt den ächten Freuden einer ruhigen Wohnung auf dem Lande vorziehn können! Die meisten Menschen, ich weis es, werden durch Eitelkeit, Ehrgeiz und kindische Neubegierde verführt, welche nicht anders befriedigt werden