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Vorrede des Übersetzers

von Tobias George Smollett Neue Auflage. Leipzig, bey Weidmanns Erben und Reich. 1775. Meine Herr Collegen und ich, wir haben freylich wohl zuweilen etwas mehr übersetzt, als im strengsten litterarischen Verstande nöthig, auch vielleicht nicht allemal so gut, als bey ordentlichem Menschenverstande wohl möglich gewesen wäre, das kann man nicht leugnen; deswegen aber so unbarmherzig mit uns umzuspringen, als sehr oft aus bloßem Muthwillen zu geschehn pflegt, ist doch auch keine kleine Ungerechtigkeit. Es ist so weit mit uns gekommen, daß sich keiner von uns öffentlich sehen lassen darf, ohne in die Gefahr zu gerathen, daß ihm jedermann nachschreye: » Da geht er hin und hat keinen Kopf!« Und das kommt blos daher, daß etliche Zeitungs- und andre Kunstrichter, welche unser Wort, Griff und Zeichen wußten, weil sie meist alle zu unserm Orden gehören, es den Profanen verrathen, und wie in betrunkenem Muthe, ausgeschwatzt haben: » Man braucht beym Uebersetzen keinen Kopf!« Nachher heißt es nun gar, wir hätten keinen! – Freylich ist dieser Schluß vom Nichtbrauchen aufs Nichthaben nach meiner geringen Meynung, nicht völlig richtig; allein, wenns auch wäre, (man kann, wenn man kein Kunstrichter ist, seinen Sinnen nicht wohl trauen,) wenns auch wäre, daß wir wirklich keinen Kopf hätten, muß man deswegen über uns spotten? Es wäre nicht nur unhöflich, sondern auch undankbar, und von den

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