Reisende Engländer im Orient
Wenn man heutzutage etwas über eine Tour liest, die Dieser oder Jener gemacht hat, so kann man sich sicher darauf verlassen, gleich beim ersten Kapitel, neben Klagen über schlechte Wirthshäuser und theure Rechnungen und dergleichen Fatalitäten mehr, die Engländer, die dem Erzähler begegneten oder nicht begegneten, nach Kräften lächerlich gemacht zu finden. Das ist einmal jetzt bei uns zur Mode geworden und seit Heine oder Saphir – ich weiß nicht recht, wer – einmal gesagt, er finde in der Welt nichts prosaischer, als einen kattunenen Regenschirm oder einen reisenden Engländer, so werden täglich über diese Melodien neue Variationen gemacht. Dem scheinen die Söhne Albions aus Steifleinen fabrizirt, Jenem kommt die ganze Figur wie in einer Nürnberger Fabrik aus Holz geschnitzt vor, und alle stellen sie dar, wie die Knochen im Fleisch, die einem beim Genuß des saftigsten Stückes Landschaft unangenehm den Geschmack verderben. Daß der Engländer in seiner trockenen, eher abstoßenden als anziehenden, Manier dem guten gemüthlichen Deutschen stets fremd gegenüber tritt, finde ich sehr natürlich. Letzterer zu Hause mit allen möglichen Fesseln und Banden an Haus, Arbeitstisch und Staat gekettet, freut sich einige Jahr voraus auf die Reise in den Rheingau, die er zu machen gedenkt, legt heute einen Thaler in die Ecke der Schublade und morgen wieder einen, schickt schon anfangs Januar, wenn