Chapter

Hochzeiter und Hochzeiterin

Vom Festland weg hatte er mich über den See getragen, der breite Fischernachen mit den unförmigen Rudern und den zusammengelegten Netzen. Eine stille, heitre Fahrt am wolkenlosen Morgen. In weitem Bogen war der Kahn gestrichen durch die sonnenbeglänzte Fläche, vorüber an Dörfern und Wäldern, an Buchten und Inseln, langsam und feierlich wie zur Kirche an hohem Festtag. Hinter sich hatte er eine breite Furche gezogen in das ruhige, klare Wasser, daß die dunkle Spiegelung der buschigen Ufer auf Augenblicke in sanfte Bewegung geriet. Jetzt aber ist er festgefahren in den blanken Kies eines schattigen Eilands. Durch seine ausgefahrenen Weidenringe hängen die Ruder herab, auf seinem Boden staut sich trübes Wasser von den Netzen hereingeschleudert, und an die grauen Flanken weht der Mittagwind zarte, verklingende Wellen. Dicht neben dem verwitterten Fahrzeug sitze ich selber. Der stämmige Arm einer weitgeästeten Uferweide, der wagrecht über das durchsichtige Wasser reicht, dient mir als Ruhepunkt nach der langen, sonnigen Fahrt. Still und verborgen ist's hier. Kein Laut auf der Insel, kein Laut auf dem See, den kein Nachen durchmißt. Mir zu Füßen schnellen die Fische herum, über mir im mattgrünen Blätterwerk des Baumes huscht es auf und nieder von zuckenden Strahlen der sonnendurchleuchteten Wellen, und vor mir verliert sich die ungeheure Fläche des Sees mit schillernden Fluten hinaus

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