Chapter

Prolog

Prolog. Es lag ein Städtlein im deutschen Land, Die Lalenburg mit Ehren genannt. Der Bürger Einfalt und Biederkeit Ward hoch berühmet weit und breit. Ein Mann, ein Mann, ein Wort, ein Wort – Der Spruch galt noch in diesem Ort. Die Alten waren tüchtig zu Rat, Und allzeit rüstig die Jungen zur That. Die Männer lebten in Friedsamkeit, Die Weiber in Zucht und Ehrbarkeit. Es sei nun gewesen Herr oder Knecht, Reich, vornehm, oder gemein und schlecht: Einer dem andern, mit Mund und Hand Zu freundnachbarlichen Diensten stand. Sie lebten – daß ich's in Kürze melde – In aller Eintracht, Lieb' und Selde. – Da kamen Boten aus fernem Land, Von ihrem Könige ausgesandt. »Wir forschen durch alle Ort' und End', Wo am besten stehe das Regiment: Wo Treu noch waltet und Biederkeit, Und Sitten-Einfalt und Friedsamkeit. Nun wies man uns zur Lalenburg hin, Und wir fanden's auch nach unserm Sinn. Vernehmet denn: Wir entbieten euch, Sämtlich zu folgen in unser Reich. Da sollt ihr als Königs Räte regieren, Und Land und Volk civilisieren. Das ist unsers Königs gnädigster Willen, Ihr werdet ihn wohl mit Freuden erfüllen.« – Die Werbung gefiel ihrem stoßen Mut, Auch gelüstet's ihnen nach Geld und Gut. Sie wanderten fort auf gutes Glück, Und ließen Weib und Kind zurück. Doch unterwegs da fällt ihnen ein, Ihr' Einfalt möcht' zu einfältig sein. Drum wollten sie erst das jus studieren, Um desto baß zu

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