Prosaskizzen
Also gut, ich will Dir das alles erzählen, aber Du mußt mich ausreden lassen. Ich kenn Dich nämlich, Du unterbrichst einen immer, wenn man nur ein bißchen was ausschmückt, aber das muß man doch, sonst wird ja am Schluß alles dasselbe. Es ist dann zuguterletzt doch ganz gleichgültig, ob ich nun verheiratet bin oder schon gestorben, oder ob sie mich begraben haben oder ob ich mich von der Brücke herabgeschmissen hab. Da fällt mir ein, daß sich die Clementine den Gashahn aufgedreht hat, man hat sie dann abtransportiert, aber sie ist verstorben ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Sie hat sich vor lauter Liebeskummer umgebracht. Ihr Mann nämlich hat sich mit anderen Weibern herumgetrieben, das hätt ja noch nichts gemacht, aber er hat sie angesteckt und da haben es halt ihre Nerven nicht mehr ausgehalten, sie hat den Hahn offen lassen, sie war allein in der Wohnung, weil sie ihn verhaftet haben, wegen Hehlerei, er ist aber dann verurteilt worden, weil er bei einem großen Diebstahl Schmiere gestanden ist. Ich hab ihn nicht gekannt, ich war nur beim Begräbnis, es war fast niemand da, das war vor vier Jahren. Wie die Zeit vergeht! Jetzt bin ich schon dreiundzwanzig und wir haben uns schon drei Jahr nicht gesehen! Ich kann mich noch gut erinnern, wo wir uns das letztemal gesehen haben, Du warst damals [ver]ärgert, weil ich mich verspätet hab, aber ich kann wirklich nichts dafür,