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Widmung

Widmung Ich fragte zu den Sternen wohl auf in stiller Nacht, ob dort in jenen Fernen die Liebe mein gedacht. Da kam ein Strahl hernieder, hell leuchtend, in mein Herz und nahm all meine Lieder zu dir, Gott, himmelwärts. Ich fragte zu den Sternen wohl auf in stiller Nacht, warum in jene Fernen er sie emporgebracht. Da kam die Antwort nieder: »Denk nicht an irdschen Ruhm; ich lieh dir diese Lieder; sie sind mein Eigentum!« Ich fragte zu den Sternen wohl auf in stiller Nacht: »Gilt dort in jenen Fernen auch mir die Himmelspracht?« Da klang es heilig nieder: »Du gingst von hier einst aus und kehrst wie deine Lieder zurück ins Vaterhaus!« Meine Legitimation Grüß Gott, du liebes Tröpflein Tau! So einen Schmuck gibt es wohl nimmer: Von jedem Hälmchen auf der Au spitzt es wie Diamantenschimmer. Entstammt der Erde, harrst du froh dem holden Morgenlicht entgegen. Tränkst deinen Halm und wirst ihm so nicht nur zur Zierde, auch zum Segen. Kommt dann aus gold –brokathem Tor die Königin des Tags gestiegen, so strebst du sehnsuchtsvoll empor, dich ihrem Strahle anzuschmiegen. Du fühlst, du bist ihr untertan, du kannst nicht ohne sie bestehen und wirst gezogen himmelan. In ihrem Kusse aufzugehen. Ein solches Tröpflein bin auch ich am Lebensmorgen einst gewesen, ein Tröpflein, das den andern glich, nicht auserwählt, nicht auserlesen. Ich hing nicht hoch, ich wurde nicht von einer Rose stolz

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