Chapter

Erster Teil: Fraulein Nur-noch

»Fräulein Nur-nochs« Kinderzeit »Miezi!« »Ja.« »Miezi, so komm doch!« »Ja, gleich.« »Aber Miezi, es ist die höchste Zeit, deine Aufgaben zu machen!« »O Fräulein, nur noch ein bißchen!« Die zwölfjährige Miezi, zu ihrem Ärger seit kurzem in der Familie »Fräulein Nur-noch« genannt, saß unten im Garten über ein Geschichtenbuch gebeugt und wollte in Hast und Eile das letzte Kapitel noch auslesen. Sie wußte, daß sie hinauf sollte, das Lesen war jetzt kein Genuß mehr, die schönsten Stellen mußte sie überhüpfen, während sie heute abend Zeit gehabt hätte, alles behaglich zu lesen. Fox, der kleine weiße Hund mit den braunen Flecken im Gesicht, die ihm einen solch drollig-ernsten Ausdruck verliehen, fühlte, daß etwas nicht in Ordnung war, und er zupfte Miezi an ihrer weißen Schürze. »Laß mich doch!« sagte sie ärgerlich, und durch die unmutige Bewegung, die sie machte, blieb ein Stück von dem bestickten Besatz zwischen Foxens spitzen Zähnen hängen. »Wau, wau!« machte der ganz erschrocken und besah sich schnuppernd die Sache. Dann aber schien ihm der nette, längliche Fetzen zu behagen – er war eben doch nur ein Hund, dazu ein sehr junger – und das Stück Zeug lustig nach rechts und links schwenkend, raste er wie toll rings um den Rasen, so daß Miezi trotz der Spannung, in der sie sich befand, ein paar Mal aufschauen und lachen mußte. »Hörst du denn wieder gar nichts?« sagte in diesem

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