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Einleitung

Hetärengespräche. Da ich in Adelungs Wörterbuch kein Wort finde, das mit dem griechischen Hetäre völlig gleichbedeutend wäre, und da das zur Not brauchbare Kurtisane ebensowenig deutsch ist als jenes, so halte ich, alles wohl erwogen, für das schicklichste, das Wort Hetäre als ein griechisches Kunstwort zu behandeln, welches wir, um den Begriff, den die Griechen damit verbanden, von verfälschenden Nebenbegriffen rein zu erhalten, ebensowenig zu verdeutschen suchen müssen als die Wörter Archon, Nomophylax, Mystagog, Philosoph, Theurg und hundert andere dieser Art, deren Subjekte wir entweder gar nicht haben oder die doch bei uns ganz was anders als bei ihnen sind. Hetäros hieß bei den Griechen, was bei uns ein guter Freund oder Kamerad heißt, und Hetära ist das Femininum davon. Dieses jovialische Volk, das in allem die Euphemie liebte, fand keine anständigere Benennung als diese für die Mädchen, die vom Ertrag ihrer Reizungen lebten, die Kunst zu gefallen und Vergnügen zu machen entweder als eine mechanische Hantierung oder als eigentliche Künstlerinnen trieben und überhaupt dazu bestimmt waren, die Mannspersonen (denen nach griechischer Sitte beinahe aller gesellschaftliche Umgang mit dem ehrbaren Teile des schönen Geschlechts versagt war) für diese Entbehrung einer der größten Annehmlichkeiten des Lebens, die einem geselligen und polierten Volke in die Länge unerträglich

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