Herzmannski, der Getreue
Wie er – obwohl ein geborener Bayer – zu diesem polnisch klingenden Namen Herzmannski kam? Ich vermag nur eine Hypothese anzuführen. Seinen richtigen, bürgerlichen Namen hab' ich nie erfahren. Ich weiß nur, daß ihn alle Mitglieder der Familie Sterzenbacher, wie überhaupt alle Menschen, die seine eminenten Eigenschaften kannten, in zärtlichen Augenblicken mit dem Kosenamen 'Manndi' riefen – vermutlich, weil er männlichen Geschlechtes war. Und wollte man ihm von aller Zärtlichkeit die zärtlichste erweisen, so nannte man ihn 'Herzmanndi'. Und da wäre nun die Hypothese aufzustellen, daß aus diesem zärtlichen Superlativ der polnisch klingende Name 'Herzmannski' dadurch entstand, daß der Förster Sterzenbacher, der zwar ein weiches Gemüt, aber einen harten Kropf hatte, den Ausklang mancher Worte mit wunderlichen Zischlauten der Atemnot zu begleiten pflegte. Jeder Satz, den der Förster Sterzenbacher in lebhaftem Eifer von sich gab, endete mit einem eigentümlichen Gezwitscher, das so unnachahmlich war, daß man auf seine künstlerische Wiedergabe verzichten muß. Und daß Herzmannski unter Nachlaß der Taxen den historischen Beinamen 'der Getreue' bekam – das verdiente er redlich, und zwar nicht nur durch die wandellose, jeder Legendenbildung entgegenkommende Treue eines sechzehnjährigen Lebens, sondern mehr noch durch die psychischen Motive jenes dramatischen Vorganges, der sich mit