Herrin des Schicksals
» Also wirklich nicht, Herr Niehuus?« »Nein, Herr Kommerzienrat.« »Dann leben Sie wohl – das heißt für heute. Aber ich sag's Ihnen gleich, so leichten Kaufs kommen Sie nicht los. Sie haben die Fabrik hoch gebracht, Ihr Name darf der Aktiengesellschaft nicht fehlen. Tag und Nacht lasse ich Ihnen keine Ruhe, bis ich Ihr Wort habe. Der Fabrikant lachte. »Sie haben es ja schon, Herr Tychsen. Mein Wort heißt: Nein!« »Lachen Sie nicht zu früh! Ich kriege Sie doch noch herum. Sie genießen jetzt Ihren letzten ruhigen Augenblick, bis ich Sie breitgeklopft habe. Soll ich's Ihnen schriftlich geben? – Doch Scherz beiseite! Sie müssen unser Direktor werden, es geht gar nicht anders. Also zugesagt, gleich frisch von der Leber weg, dann ist's überwunden! Hier meine Hand!« Georg Niehuus machte ein ernsthaftes Gesicht. »Es geht nicht, Herr Kommerzienrat. Meine Arbeitszeit ist abgelaufen. Ich habe gesäet, jetzt will ich ernten. Ihr Anerbieten ist verlockend. Dennoch muß ich auf meinem Standpunkt verharren. Ich trete vollständig und für immer vom Geschäft zurück.« Der Bankier zuckte die Achseln. »Das ist leichter gesagt wie gethan, lieber Niehuus! Man ist nicht umsonst Schöpfer und Seele eines Unternehmens, wie das Ihrige es ist, gewesen. Es hält Sie fest, verlassen Sie sich drauf! Was wollen Sie mit sich anfangen, wenn Ihnen die langgewohnte Thätigkeit fehlt? Das halten Sie gar nicht aus!« Georg