Herr von Sacken
Die Sarmaten feierten den Abgang ihres Seniors von der Akademie. Halb Königsberg war auf den Straßen und an den Fenstern, als Zuschauer eines reihen Comitates, welches die Landsmannschaften dem jungen Prinzen gaben. Polen, Kurländer, Liefländer und Esthländer wetteiferten in Bracht der Kleidung, der Pferde, Geschirre, Wagen und einer Dienerschaft, deren goldbesä'te Livréen noch die ausgewählt phantastischen Ordenstrachten ihrer Herren überstrahlten. Die gezogenen Hieber, die Federbüsche auf den deutschen Hüten und sarmatischen Mützen und die stolzen Reiherbüsche auf den Köpfen der Pferde blinkten um die Wette mit den Standarten und Fähnlein im Scheine der hellen Nachmittagssonne. Der Held des Tages, im schwarzsammtenen sarmatischen Rocke, von Goldschnüren strotzend, saß zurückgelehnt in der prächtigen Carosse. Ihm gegenüber die erwählten Marschälle, während die Senioren der Landsmannschaften, die blinkende Waffe in der Faust, um den von sechs Schimmeln gezogenen Wagen als Ehrenwache ritten. In dem dunkeln Auge des blassen Jünglings schien sich noch einmal der flüchtige Wiederschein des schnell vergangenen Jugendrausches zu spiegeln; aber in demselben Auge lag auch das bleierne Gefühl der Sättigung, und um die aufgeworfenen Lippen spielte ein Hohn, der wenig zu dem Schaugepränge und dem Schmettern der Pauken und Trompeten stimmte. Der Advokat Behrend antwortete seinem Nachbar,