Herr und Knecht
Es war an einem kirchlichen Feiertage der siebziger Jahre, am zweiten Tage nach dem Nikolaifest. Das war ein geschäftiger Tag für den Gastwirt und Kaufmann zweiter Gilde Wassilij Andrejitsch Brechunow. Als Kirchenältester mußte er früh dem Gottesdienst beiwohnen und dann zu Hause seinen Pflichten als Wirt nachkommen. Als nun aber endlich der letzte Gast – sie bestanden zumeist aus Verwandten und Bekannten – sein Haus verlassen hatte, traf Wassilij Andrejitsch sofort seine Vorbereitungen, um einen in der Nähe wohnenden Gutsbesitzer aufzusuchen, mit dem er einen Holzhandel abschließen wollte, der schon lange geschwebt. Er hatte deshalb plötzlich so große Eile, weil er gehört hatte, daß Händler aus der Stadt ihm bei dem günstigen Kaufe zuvorkommen wollten. Zehntausend Rubel hatte der junge Gutsbesitzer als Kaufpreis festgesetzt, während Wassilij Andrejitsch nur siebentausend geben wollte, welche Summe aber nur den dritten Teil vom Wert des Waldes repräsentierte. Der Wald grenzte an Wassilij Andrejitschs Besitz, und da unter den Landleuten der Umgegend das stillschweigende Uebereinkommen bestand, daß keiner den anderen bei einem derartigen Kaufe überbot, so hätte Wassilis recht gut den Preis noch niederdrücken können, wenn nicht Käufer aus der Hauptstadt ebenfalls das Gorjatschkinsche Holz zu kaufen beabsichtigten. Es galt ihnen zuvorzukommen und die Sache mit dem Eigentümer so