Chapter

Herr Parent

I Der kleine Georg kroch auf allen Vieren in der Allee umher und machte Sandhäufchen. Er nahm den Sand mit beiden Händen, baute eine Pyramide, dann pflanzte er auf der Spitze ein Kastanienblatt. Sein Vater saß auf einem eisernen Stuhl in der Nähe und betrachtete ihn unausgesetzt mit zärtlicher Aufmerksamkeit. In dem großen öffentlichen Garten, der voll Menschen war, sah er nichts als sein Kind. Längs des ganzen Rundweges, der am Bassin, an der Dreifaltigkeitskirche vorbei um den großen Rasenplatz herumführt, spielten andere Kinder genau so, während die Kindermädchen gleichgültig mit stumpfsinnigem Ausdruck in die Luft blickten oder die Mütter mit einander schwatzten, jedoch ohne auch nur einen Augenblick das Kindervolk aus dem Auge zu lassen. Ammen schritten paarweise auf und ab mit würdiger Miene, während die langen, farbigen Bänder ihrer Hauben hinter ihnen dreinwehten. Im Arme trugen sie etwas Weißes, in Spitzen Gehülltes, während kleine Mädchen in kurzen Kleidchen, mit nackten Beinen eine Pause im Reifenspiel zu ernsthaften Gesprächen benützten. Der Gartenaufseher lief in seinem grünen Rock mitten durch dieses Kindergewimmel und mußte unausgesetzt Bogen machen, um die Erd-Sandbauten nicht zu zerstören, um auf keine Händchen zu treten, um die ganze Ameisenthätigkeit dieser reizenden, kleinen Menschenkindchen nicht zu beeinträchtigen. Die Sonne versank eben hinter den Dächern

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