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Heroldsrufe - Ältere und neuere Zeitgedichte

Ihr Sterne seid mir Zeugen, Die ruhig niederschaun, Wenn alle Brüder schweigen Und falschen Götzen traun, Ich will mein Wort nicht brechen Und Buben werden gleich, Will predigen und sprechen Vom Kaiser und vom Reich.« Max von Schenkendorf (1840.) Wachet auf! ruft euch die Stimme Des Wächters von der hohen Zinne, Wach auf, du weites deutsches Land! Die ihr an der Donau hauset, Und wo der Rhein durch Felsen brauset Und wo sich thürmt der Düne Sand! Habt Wacht am Heimatsherd, In treuer Hand das Schwert, Jede Stunde! Zu scharfem Streit Macht euch bereit! Der Tag des Kampfes ist nicht weit. Hört ihr's dumpf im Osten klingen? Er möcht' euch gar zu gern verschlingen, Der Geier, der nach der Beute kreis't. Hört im Westen ihr die Schlange? Sie möchte mit Sirenensange Vergiften euch den frommen Geist. Schon naht des Geiers Flug, Schon birgt die Schlange klug Sich zum Sprunge; Drum haltet Wacht Um Mitternacht Und wetzt die Schwerter für die Schlacht! Reiniget euch in Gebeten, Auf daß ihr vor den Herrn könnt treten, Wenn er um euer Werk euch frägt; Keusch im Lieben, fest im Glauben, Laßt euch den treuen Muth nicht rauben, Seid einig, da die Stunde schlägt! Das Kreuz sei eure Zier, Eu'r Helmbusch und Panier In den Schlachten. Wer in dem Feld Zu Gott sich hält, Der hat allein sich wohl gestellt. Sieh herab vom Himmel droben, Herr, den der Engel Zungen loben, Sei gnädig diesem deutschen Land!

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