Gedichte
Widmung Darf ich den Kranz aus buntem Laub dir bringen? So manches Blatt daraus hat dir gefallen, Als gruenend noch des Waldes weite Hallen, Als wir noch Hand in Hand nach Beute gingen. Nun kam der Herbst, der Winter, und es dringen Die Stuerme hart ans Haus, die Nebel wallen. Bald wird der Schnee auf deinen Huegel fallen, Und wird das letzte gruene Blatt verschlingen. Da hab ich fallend Laub fuer dich gerettet Und hab's zu diesem bunten Kranz gewunden. Den leg' ich nieder, wo du eingebettet. Nun raschelt's leis im Wind von Sommerstunden. So ist das Einst an's Heute angekettet, Und meine Seele bleibt an dich gebunden. Der Stammbaum Dein Wollen quillt in tausend Wesen auf, Und deine Kraft durchstroemt Millionen Sonnen. Du tust dir nie genug, nie stockt dein Lauf, Nie bist du satt von selgen Schaffens Wonnen. Bin ich von deinem Stamm, Herr, bin ich's nicht? Da gilt nur eine Probe unter allen: Wenn ich zerbreche, mued und ohne Licht, So muss ich doch noch deinen Namen lallen. Dies Lallen, dieses eingehuellte Tun, Dies Greifen, Herr, nach dir, es ist mein Zeichen, Mein Stammesmerkmal. Niemals kann ich ruhn, Drum muss mein Stammbaum bis zu dir, Herr, reichen. Dem Menschensohn Dir kann ich glauben. Ein gerader Strahl Des vollen, ungebrochnen Lichtes stahl Zu meiner Seele sich von deinem Mund. Was rechts und links, was oben oder unten In irrem Glanze lockt zu allen Stunden, Es hellt