Vorwort
Die »Styria« schickt ein neues Bändchen meiner Tiroler Geschichten in die Welt. Auch diese fünf kleinen Erzählungen sind wieder so nebenher entstanden, wenn grad die gütige Fee in meiner Stube war und mir Tirol mit seinen trutzhaften, vom Wildbache umgrollten Schrofen, mit seinen geblumten Wiesen und den lachenden Dörfern, mit seinen Wäldern und Almen verlockend vor die Augen zaubert. Da vermeine ich dann oft genug, die Meisen singen und die Geier schreien zu hören. Ich sehe förmlich die Zirmgratschen streiten, und es ist in mir, als wäre ich inmitten des kräftigen Erdgeruches vom Jochwinde zerweht hoch auf einem Gipfel … Wahrhaftig, erst in reiferen Jahren weiß man es sicher und gewiß, was die Heimat für ein köstlich kostbares Gut ist. Ein Gut, das uns die Kraft der Seele spannt, bewahrt und hochhält. Man sieht es ein, daß sie uns Anker und Richtschnur fürs ganze Leben geworden. Und ist voll Dank … Wie ein großer, prächtiger Garten voll Gottesgüte und Sonnenschein ist die Heimat uns fürs erste das Kinderparadies. Später, wenn der werdende Mensch zwischen Lümmel und Mann der Reife langsam, stockend, in tausend Kreuz- und Quersprüngen entgegenwachst, ist sie uns Schirmer und Helfer, kurz, der allallerbeste Freund. In der Zeit der Vollreife endlich keimt aus ihr alles – was man ist, bedeutet und für die Welt leistet. Alles. Es ist in der Bergheimat viel Verbohrtes, Enges,