Chapter

I.

Mir ist mitten in dieser öden Winterszeit, da bleigraue Wolken das Land überwölben, als sähe ich ihn noch, den kleinen Heini Tillmann mit den — ja, auch bleigrauen, aber in warmer Treuherzigkeit leuchtenden Augensternen und dem immer verstrubelten braunen Lockenschopf, wie er im Riedgras liegt und mit einem dürren Ästchen winzige feine Bächlein auf die «heiße Platte» leitet. Die «heiße Platte» nannten sie im Werlental einen anderthalb Ruten großen Gletscherschliff, der abgeschürft in der Berghalde lag. Im Frühsommer heizten die Sonnenstrahlen just während der Nachmittagsschule den kahlen Stein derart an, daß die heimkehrenden Kinder ihren Spaß daran fanden, einander die Hände auf den Fels zu drücken. Der Vögeli-Ruedi setzte seine kleinen Kolleginnen immer damit in Staunen, daß er Phosphorhölzchen an dem heißen Stein in Brand setzte — angeblich ohne zu streichen. Für den herrlichen Sommerduft, der sich über die Wiesen des Tales und die dunklen Wälder der Hügelketten legte, hatte Heini keinen Blick, nicht einmal für die Schneeberge, die zwischen Ballenbühl und Belpberg herein den durch baumreiche Schächen in die weite Welt hinausfliehenden Gletscherwellen der Aare nachstaunten. Die große Uhr drunten am käsbissenförmigen Kirchturm von Schöchwyler hatte gut mahnen; Heinis einziges Augenmerk galt den schillernden Dämpflein, die wie Elfenschleier von der «heißen Platte» in die

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