Heimkehr
Ein geräumiges aber nicht hohes Gemach, mit mächtigen wohlgefugten Balken zur Decke, mit holzgetäfelten Wänden, die sich an mehreren Stellen zu Schränken vertieften, überall altes dunkles, saubergehaltenes Gerät, an den beiden auf das Meer hinausgehenden Fenstern blühende Geranien und sorgfältig gepflegte Blattpflanzen – ein Gemach, aus dem Stille und friedsames Behagen dem Eintretenden entgegenhauchten – was gab es da zu erschrecken? Freilich sah man durch die Fenster, daß das Haus hart am Strand auf mäßiger Höhe lag, der schmale Gartenstreif dicht vor den Fenstern reichte bis zum Dünenabhang und unter dem Abhang dehnte sich das bewegte Meer. Das Brausen der übereinanderrollenden Wogen klang vernehmlich herein und weiße Schaumflocken spritzten von den Wogenkämmen gegen die blanken Scheiben. Aber der Mann, der vorhin das Zimmer mit leisen, vorsichtigen Tritten, gleich als fürchte er jemand zu wecken, durchmessen hatte und nun vom Fenster wie betroffen zurücktrat, sah wahrlich nicht aus, als ob ihn die rollende grüne Flut erschrecken könnte. Das wetterbraune, dabei aber frische und noch kräftige Gesicht des etwa Achtundvierzigjährigen, aus dem ein paar blaue, klare und scharfe Steuermannsaugen herausblickten, mußte mit Ruhe auf ganz andere Wogenbilder geschaut haben, als auf das, welches die Bucht, an der das Fischerdorf sich hinzog, darbot. Auch sah der Betroffene, sichtlich