Chapter

Heimgefunden

In einer waldbesäumten Bucht des untern Emmentales schnurrt eine stattliche Fabrik. Mensch und Tier haben die gleichmäßige Musik ihres Fleißes in den Ohren, und niemand mehr – auch nicht, wer vor Jahren mit feindseligen Blicken dem Bau des mächtigen Hauses zusah – ärgert sich darüber. In aller Leute Bewußtsein schlummert sogar das Behagen, denn sie wissen, daß von dem Räderwerk der Wohlstand ins Tal strömt und das vormalige Regiment der Sorge immer tiefer in die entlegensten Schlupfwinkel zurückdrängt. Wenn des Abends die Turbine stillsteht und der aus der Emme abgeleitete Bach, mit den heimgehenden Fabrikmädchen um die Wette plaudernd, erzählen geht, was er heute den Menschen Gutes getan, so setzt sich manchmal auch Direktor Junker zu seinen Leuten auf die blumengeschmückte Laube, eins zu tobaken. So war es auch damals, als Werner Leist, der vor drei Wochen als Buchhalter in das Geschäft eingetreten war, zum erstenmal mit am Familientische saß. Es ging sehr still zu. So ein Fabrikdirektor hat kein leichtes Leben, und er kommt gewöhnlich auch dann nicht aus dem Gespinst seiner Sorgen heraus, wenn er schon im Frieden des Familienkreises dem Lärm der Werkstätten entrückt ist. Frau und Kinder wußten, was dem Papa die Stille des Abends bedeutete, und respektierten sie demgemäß. Die Hängelampe beschien den ergrauenden Scheitel der Mutter und die krausen Blondhaare der Tochter Maria,

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