Heimatklang
Das Meer lag tiefblau im Sonnenglanz, aber es ruhte nicht in träumender Stille. Unaufhörlich hoben sich weiße Schaumkronen empor und sanken wieder zusammen, und das Wogen und Branden der See einte sich mit dem Rauschen des Windes, der durch die Strandwälder hinzog. Die beiden Boote, die mit vollen Segeln der schleswig-holsteinschen Küste zueilten, hatten eine nicht ganz unbedenkliche Fahrt, denn die Wellen gingen hoch und der Wind blies scharf von Norden, aber das Steuer schien bei beiden Fahrzeugen in sicheren Händen zu liegen, denn sie hielten unentwegt die Richtung fest und wandten sich endlich dem Herrenhause zu, das mit seiner breiten steinernen Terrasse und seinem hohen spitzen Ziegeldache aus den Laubmassen eines jetzt schon herbstlich gelichteten Parkes hervorblickte. Es war ein altes, mächtiges Gebäude, das noch die Spuren ehemaliger Befestigung zeigte, freilich ohne mittelalterliche Pracht und Romantik. Schlicht und prunklos standen die altersgrauen Mauern da, aber sie schauten so trotzig in das Meer hinaus, als wollten sie ihm und seinen Stürmen zurufen: Kommt nur heran! An einem der Fenster des ersten Stockwerkes stand ein Knabe von etwa fünfzehn Jahren, ein schlanker hübscher Junge, und blickte mit gespannter Aufmerksamkeit in die See hinaus. Jetzt wandte er sich in das Zimmer zurück und rief: »Da kommen die Boote endlich heran! Sie werden sogleich landen.« Der