Vorwort
Das braune Heidekraut hat einhundertfünfzigtausend Blüten getrieben. Ist nun ein köstlicher, rosenroter Strauß geworden. Er steht vor mir auf dem Schreibtisch, und all die lieben Worte, die mir die Stillen im Lande über mein schlichtes Buch schreiben und sagen, liegen wie ein leuchtender Teppich daneben. Habt Dank! Ich fasse eure ausgestreckten Hände und wandre mit euch zum Jubiläumstag noch einmal durch die Heide. Auf weichem, weißem, warmem Sand, oder mitten hinein in die rotsamtene Schönheit lagern wir uns. Da spüren es die Bresthaften, daß sie gesunden, die Wunden, daß sie heil werden, die Traurigen lernen das heilige Lachen, die Verbitterten fühlen die tröstende Liebe der allgütigen Mutter Natur. Alle die Augen, vom Weinen wund, Trinken rasch sich hell und gesund, Bis sie wieder die Wunder sehn, Die in der Heide gebreitet stehn, Tausend Wunder, – vom Herrgottstisch Ausgeschüttet verschwenderisch. Gegen all diese Wunder ist ja meine Sprache arm und matt, ich kann nur mit Menschen-, nicht mit Engelszungen reden. Aber die Liebe, die ja die »Größeste unter ihnen« ist, die Liebe zu meiner Heide trage ich zutiefst in mir, und deshalb ist euch wohl mein Schildern und Erzählen ins Herz gedrungen. Diese Gewißheit ist ein Geschenk für mich von unverlierbarem Wert. Wollt ihr nun weiter mit mir wandern? Aus Heidekraut, Heidesand, goldgelbem Ginster und grünen Birken führt der Weg zum